Der angeschlagene Chiphersteller Infineon steht offenbar vor einem Führungswechsel. Wie die “Börsen-Zeitung” (Freitagausgabe) berichtet, verlässt der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ziebart das Unternehmen zum Monatsende. Nach “Handelsblatt”-Informationen ist dagegen ein Rücktritt zum 1. Juli im Gespräch.
Infineon macht seit Jahren Verluste. Zudem gibt es Streit um die richtige Strategie. Die Aktie ist das mit Abstand günstigste Papier im DAX. Am Freitag notierte das Papier bei 7,01 Euro und ist damit weit vom einstigen Höchststand von rund 95 Euro entfernt.
Nach Informationen der “Börsen-Zeitung” verhandelt Ziebart derzeit die Modalitäten des Rückzugs mit dem Aufsichtsrat. Schließlich würde Ziebarts Amtszeit bei einem Rücktritt nach nicht einmal vier Jahren vorzeitig enden. Sein Vertrag läuft bis September 2009. Mit seinem Rücktritt will der Konzernchef dem Blatt zufolge auch einer möglichen Abberufung zuvorkommen. Die Kritik des Aufsichtsrates an Ziebarts Führungsschwäche sei zwar nicht neu, war in den zurückliegenden Monaten aber lauter geworden. Auf der zurückliegenden Hauptversammlung Mitte Februar hatte Aufsichtsratschef Dietrich Kley Ziebart in ungewöhnlicher Form vor den Aktionären für Versäumnisse und für die Ertragskrise verantwortlich gemacht.
Kleys Suche nach einem Nachfolger für Ziebart blieb dem Blatt zufolge bisher erfolglos. Vermutet werde deshalb, dass der für den Geschäftsbereich Automobil und Industrieelektronik zuständige Vorstand Peter Bauer vorübergehend den Chefposten übernehme. Bauer wäre dann nur eine Übergangslösung. Dass Kley selber erneut einspringen könnte, halten Beobachter dem Blatt zufolge für unwahrscheinlich. Kley hatte von März bis August 2004 den Vorstandsvorsitz kommissarisch übernommen, nachdem er den langjährigen Konzernchef Ulrich Schumacher wegen einer Intrige gefeuert hatte. Im September 2004 war der frühere Continental-Manager Ziebart Schumachers Nachfolge angetreten.
(ddp)













